DJK Rhede: Diethelm Essing ist die "graue Eminenz" im Hintergrund

BBV-Serie "Gesichter der Vereine"

Die DJK Rhede wurde im Jahre 1957 gegründet, er wurde 1958 geboren. Man könnte sagen, dass Diethelm Essing (62) und sein Herzensklub gemeinsam gewachsen sind.

Diethelm Essing ist fast genauso alt wie die 1957 gegründete DJK Rhede.

1974 trat Essing als 16-Jähriger der DJK Rhede bei. Folgerichtig ist er bereits seit satten 46 Jahren durchgehend Mitglied im Verein. Nach der
A-Jugend spielte Essing für die erste, zweite und dritte Seniorenmannschaft der Rheder. Mit ihm im Kader gelang 1981 der bislang größte Erfolg der fußballerischen Vereinsgeschichte, der Aufstieg in die Bezirksliga. "Da habe ich genau zwei Spiele gemacht und gemerkt, dass das eine Nummer zu hoch für mich war", sagt Essing und ergänzt: "Daraufhin bin ich in die zweite Mannschaft gewechselt."

Doch nicht nur auf spielerischer, sondern vor allem auf privater Ebene hat Diethelm Essing bei der DJK große Erfolge feiern können. Fast sein kompletter Freundeskreis entstammt aus der Zeit in den frühen 80-er Jahren bei den Blau-Roten. Und auch die Mutter seiner zwei Kinder lernte er in dieser Zeit durch die DJK-Familie kennen. "Das sind auch so Dinge, die mich einfach an den Verein binden, diese vielen schönen Erinnerungen an früher", sagt Essing.

1999 stand die Ehe zwischen Essing und der DJK aufgrund von internen Differenzen auf der Kippe. So wechselte Essing als Torhüter zu den Altherren des Nachbarn VfL Rhede. Dort gewann er Anfang der 2000-er Jahre die westdeutsche und die Niederrheinmeisterschaft im Altherren-Fußball. "Trotzdem bin ich immer Mitglied bei der DJK geblieben, das Herz schlägt immer blau-rot. Auch wenn mir der Rheder Fußball allgemein sehr am Herzen liegt", sagt Essing.

Von 2005 bis 2016 leitete er zudem das Klubheim des VfL als Wirt. "Als ich dann wieder zur DJK zurück bin, gab es schon Leute, die das zunächst skeptisch beäugt haben. Aber ich habe aus der Zeit beim VfL viele Dinge gelernt, die ich jetzt sinnvoll einbringen kann", sagt er und fährt fort: "Das haben die Skeptiker erkannt und gemerkt, dass ich immer nur das Gute für die DJK im Sinn habe."

So geht seither jeder wichtige Transfer über den Tisch des ehemaligen Obmannes der DJK. Diesen Posten hatte er von 2016 bis 2018 inne, heute ist er Beisitzer im Vorstand. "Beim VfL habe ich viel über Ablösemodalitäten, Spielerpässe und so weiter gelernt. Früher hatte man mit Ablösen bei der DJK nichts am Hut, aber die Zeiten haben sich geändert. Das kann ich jetzt mit einbringen", berichtet er.

Der Geschäftsführer des Vereins, Jochen Lehmbrock, weiß Essings Routine und Erfahrung zu schätzen. Er sagt: "Diethelm ist liebevoll gesagt die graue Eminenz im Hintergrund. Er schwingt keine großen Reden, hält sich lieber zurück. Mit ihm kann man alles in Ruhe unter vier Augen besprechen, und wir können sicherlich noch einiges von ihm lernen. Er hat eine Menge Erfahrung und ein großes Netzwerk."

Dieses große Netzwerk kam ihm mitunter auch ab dem Sommer 2019 zugute, denn da kamen einige Spieler auf ihn zu, die aus einem Stammtisch eine Mannschaft formen wollten. Einer von ihnen war Yannick Niklasch, heute Spielertrainer der ersten Mannschaft der DJK.

"Yannick sagte mir, dass das ein Sechser im Lotto sei für uns, so viele erfahrene und gute Spieler", lacht Essing und fügt an: "Ich meinte nur, vielleicht fünf Richtige plus Zusatzzahl."

Die neu gegründete Vierte spielte überragend, wurde souverän C-Kreisliga-Meister und führt nun als erste Mannschaft des Vereins die Tabelle der Kreisliga B, Gruppe drei, an. "Wir sind froh, dass die Jungs da sind", sagt Essing und gibt zu: "Mittlerweile sind es sechs Richtige."

Niklasch ist dankbar, dass Essing der Mannschaft unter die Arme gegriffen hat und sagt: "Er kennt die richtigen Tricks, hat sich um Ablösen gekümmert, den ganzen Stein ins Rollen gebracht mit uns. Ein sehr angenehmer Mensch."

Für die Zukunft seiner DJK wünscht sich Essing, dass die erste Mannschaft sich in einer höheren Liga etablieren kann und dass die Jugendteams in den Leistungsklassen vertreten sind. Alles natürlich ohne Leistungsdruck, denn das schätzt Diethelm Essing an seiner DJK-Familie.

Übrigens: Für sein Abschiedsspiel 2005 stellte er sich ein Team aus Rheder Fußballern zusammen, "Diethelm and friends". Gegen die Traditionself des FC Schalke 04 sprang dabei ein 3:3 heraus. Möglich wurde dieses Spiel – natürlich – durch Essings gute Kontakte und weil er glühender S04-Fan ist und so oft es geht, zu den Spielen fährt.

(BBV-Bericht: 06.03.2021, Daniel Oenning; Foto: Sven Betz)